Aktualisiert am 4. Oktober 2017

… Lebewesen [sind] so geschaffen, dass sie immer das tun, was sie wollen. Sie tun aber nicht immer das, was sie sagen, sie möchten es tun, oder was andere denken, sie sollten tun.

Jay S. Efran, Kerry P. Heffner & Robert J. Lukens (1989), Alkoholismus als Auffassungssache, in Familiendynamik 1/1989, S. 2-12, S. 10

Es ist einfacher, sich zu ändern, wenn es einem erlaubt ist, der zu sein, der man ist.

Efran, Lukens und Lukens (1992), Sprache Struktur und Wandel, Dortmund (borgmann), S. 112

Wäre der freie Wille nur eine Illusion, wäre sie trotzdem alles, was ich habe.

Benedict Wells (2016), Vom Ende der Einsamkeit. Roman, Zürich (Diogenes), S. 298

Im letzten halben Jahrhundert hat sich die Weltgemeinschaft in eine organisierte Bergexpedition verwandelt, bei der einige wohlgenährte Touristen ohne Gepäck zum Gipfel vorauseilen, gefolgt von einer großen Gruppe von Sherpas, die den Proviant und die Ausrüstung der Expedition schleppen..

Frank Trentmann (2017), Herrschaft der Dinge. Die Geschichte des Konsums vom 15. Jahrhundert bis heute, München (DVA), S. 902

Das habe ich noch nie vorher versucht. Also bin ich völlig sicher, dass ich es schaffe.

Pippi Langstrumpf

Die einfache Erkenntnis, dass ein Ding ein anderes Ding sein kann, steht am Ursprung von allem, was wir tun.

Cormac McCarthy in seinem Essay 'The Kekulé Problem', Nautilus Magazine April 2017

Ich habe in meinem ganzen Leben noch kein Problem gesehen. Was ich gesehen habe, sind Gespräche über Probleme.

Insoo Kim Berg, zitiert von Plamen A. Panayotov, Bulgarien

Je älter der Mensch wird, desto schlechter funktioniert er in allen Belangen; außer was seine Einsicht in diese Umstände angeht.

Marc Beise in der SZ vom 28./29. Jan 2017, S. 4

Mut haben lohnt sich immer für mich.

Stefan Sagmeister, in der Ausstellung The Happy Show in Frankfurt am Main im Sommer 2016

Ich möchte Ihnen ein Beispiel geben für die komplette Unrichtigkeit von etwas, dessen ich mir automatisch sicher bin. Meine unmittelbare Erfahrung stützt meine tief sitzende Überzeugung, dass ich der absolute Mittelpunkt des Universums bin, der echteste, lebendigste und bedeutendste existierende Mensch. Wir denken selten über diese natürliche, grundlegende Selbstzentriertheit nach, weil sie sozial so abstoßend ist, aber im Grunde ist sie bei uns allen so ziemlich gleich. Sie ist unsere Standardeinstellung, […] Überlegen Sie mal: Sie haben nie einen Erfahrung gemacht, bei der Sie nicht im absoluten Mittelpunkt standen. […] Die Gedanken und Gefühle anderer Leute müssen Ihnen irgendwie kommuniziert werden, aber Ihre eigenen sind unmittelbar, zwingend und wirklich. Sie wissen schon, was ich meine.

David Forster Wallace (2012), Das hier ist Wasser, Köln, S. 16

Ich bin nicht bereit, die steigende Ungleichheit als unvermeidlich hinzunehmen: Sie ist das Ergebnis von Kräften, die wir beeinflussen können.

Anthony Atkinson, Ökonom, im Interview mit der Südd. Zeitung am 28./29.8.2016, S. 28

Politischer Liberalismus hält, wenn man dem Philosophen John Rawls folgen will, den Pluralismus von religiösen, philosophischen, politischen und moralischen Überzeugungen für das „natürliche Ergebnis des Gebrauchs der menschlichen Vernunft“ in einer freien Gesellschaft. Er geht davon aus, dass die Uneinigkeit über das Gute, Schöne, Wahre nicht verschwinden wird.

Jens Bisky, Positives Pack. Die Zeiten erfordern eine gute, eine linke Variante des Populismus, sagen jetzt viele. Stimmt das?, in: Südd. Zeitung vom 3.9.2015, S. 9

Systemisch heißt, wir haben immer die Wahl.

Ines Müller, Gera (Fortbildungsteilnehmerin)

Alle Menschen sind Ausländer. Fast überall.

Andreas Hankel

Was immer ich tue, verändert die Welt! … Die Welt kann aus dieser Perspektive nicht zu etwas Feindlichem werden: Sie erscheint als ein Organ, als ein Teil des eigenen Körpers, der sich nicht abtrennen lässt.

Heinz von Foerster in ders./Bernhard Pörksen: Wahrheit ist die Erfindung eines Lügners. Gespräche für Skeptiker, Carl-Auer-Systeme Verlag, 8. Auflage, 2008. S. 158

Wir sind alle anders. Wir sind alle gleich.

Motto des Christopher-Street-Days in Berlin am 27. Juni 2015

Ob wir gehört werden, hängt auch davon ab, ob und wie wir uns zu Wort melden.

Frank Stößel, Luise-Kiesselbach-Preis-Träger 2015 des Paritätischen Bayern

Anfangs, als die Welt noch jung war, gab es eine große Menge Ideen, aber nirgends so etwas wie eine Wahrheit. Die Menschen machten sich die Wahrheiten selber, und jede Wahrheit war zusammengesetzt aus einer Anzahl unklarer Ideen. Auf die Weise kam es überall in der Welt zu Wahrheiten, und sie waren allesamt wunderschöne Wahrheiten. […] Und dann kamen die Leute des Weges, und jeder schnappte sich im Vorbeigehen eine der Wahrheiten, und einige, die besonders stark waren, schnappten sich gleich ein ganzes Dutzend davon.
Es waren die Wahrheiten, die die Leute zu grotesken Figuren machten. Der alte Mann hatte eine ziemlich endgültige Theorie über diesen Punkt. Nach seiner Erfahrung wurde jemand mit dem Moment, wo er sich eine der Wahrheiten aneignete und sie seine Wahrheit nannte und sein Leben mit ihr zu führen versuchte, eine groteske Figur, und aus einer Wahrheit, die er in den Armen hielt, wurde etwas Unwahres.

Sherwood Anderson (2000), Winesburg, Ohio, Frankfurt (suhrkamp bibliothek), S. 21f

Wenn man, wie hier vorgeschlagen, den Konstruktivismus nicht als die Antwort, nicht als die Lösung auffasst, sondern als ein Irritationsprogramm, als ein Mittel, um gegen die Alltagsevidenz und eine immer drohende dogmatische Selbstversiegelung vorzugehen, dann wirkt sich dies auch auf die Darstellungs- und Schreibweise aus. … Die paradoxale Struktur des Konstruktivismus insgesamt (wenn der Konstruktivismus absolut wahr ist, dann ist er falsch; wenn man ihn in einem unbedingten Sinn beweisen kann, dann ist er erledigt) könnte allerdings dazu inspirieren, auch die eigenen Aussagen in einer flexiblen, offenen und leichten Weise zu vertreten, um nicht schon in der Art der Darstellung den eigenen Thesen zu wiedersprechen. Der Schreibstil sollte also idealerweise eine gewisses dialogische Leichtigkeit besitzen, weil im Dialog die Wirklichkeit des anderen eine legitime Präsenz bekommt und weil man so vermeidet, implizit Wahrheitsansprüche anzumelden, die man explizit gerade negiert.

Bernhard Pörksen (2015), Die Beobachtung des Beobachters. Eine Erkenntnistheorie der Journalistik, Heidelberg (Carl-Auer), S. 21

Das Mögliche ist beinahe unendlich, das Wirkliche streng begrenzt, weil doch nur eine von allen Möglichkeiten zur Wirklichkeit werden kann. Das Wirkliche ist nur ein Sonderfall des Möglichen und deshalb auch anders denkbar. Daraus folgt, dass wir das Wirkliche umzudenken haben, um ins Mögliche vorzustoßen.

Friedrich Dürrenmatt, Justiz, Zürich 1985, S. 87

Daher glaube ich, dass Widerstandsgeist und Demut, Glaube und Zweifel, Verzweiflung und Hoffnung gleichzeitig in unserer Seele wohnen können. Eine endgültige Lösung würde ja das größte Geschenk unwirksam machen, das Gott der Menschheit verliehen hat: die freie Entscheidung.

Isaac Bashevis Singer (in der Einleitung zu Der Büßer)

Einen von Subjekten unabhängigen Raum gibt es gar nicht. Wenn wir doch an der Fiktion eines allumfassenden Weltraumes festhalten, so geschieht das bloß, weil wir mit Hilfe dieser konventionellen Fabel uns leichter miteinander verständigen können. (S. 32)
So kommen wir dann zum Schluss, dass ein jedes Subjekt in einer Welt lebt, in der es nur subjektive Wirklichkeiten gibt und die Umwelten selbst nur subjektive Wirklichkeiten darstellen.
Wer die Existenz subjektiver Wirklichkeiten leugnet, hat die Grundlagen seiner eigenen Umwelt nicht erkannt. (S. 92f)

Jakob von Uexküll & Georg Kriszat (1983/ erstmals 1933), Streifzüge durch die Umwelten von Tieren und Menschen, Frankfurt a.M. (Fischer)

Ihre Meinung geht dahin, als ob unsere heutigen wissenschaftlichen Auffassungen in vollständigem Gegensatze zu allen anderen Denkarten stünden, als ob wir sozusagen klug und sehend geworden, die kindische Befangenheit des primitiven oder archaischen Denkens einfach abgestreift hätten. Wir besäßen einfach das „richtige Denken“ und das „richtige Beobachten“ und eo ipso, was wir für wahr erklären, ist wahr; was aber jene anderen, die Primitiven, oder die Alten, die Geisteskranken oder die Kinder für wahr erklären, scheint nur ihnen wahr zu sein. Diese erznaive Ansicht, die eine wissenschaftliche Erkenntnistheorie aufzubauen hindert, erinnert sehr an die Lehre eines französischen Sprachforschers des 18. Jahrhunderts, der behauptete, pain, sitos, Brot, panis seien willkürliche, verschiedene Bezeichnungen desselben Dinges, aber es bestünde zwischen der französischen Sprache und den anderen der Unterschied, daß das, was französisch pain heiße, auch wirklich pain sei.

Ludwik Fleck (1980/ erstmals 1935), Die Entstehung und Entwicklung einer wissenschaftlichen Tatsache. Einführung in die Lehre vom Denkstil und Denkkollektiv, Frankfurt (Suhrkamp), S. 69

Was weiß unsere Wissenschaft, die so grandios ist, verglichen mit unseren schwachen Mitteln, und die angesichts der grenzenlosen vagen Bereiche des Unbekannten so armselig ist, was weiß sie von der absoluten Realität? Nichts. Die Welt interessiert uns allein aufgrund der Vorstellungen, die wir uns von ihr machen. Ist die Vorstellung verschwunden, wird alles Ödnis, Chaos, Nichts. Ein Haufen Fakten ist kein Wissen, sondern ein kalter Katalog. Den müssen wir am Herd des Geistes auftauen und mit Leben erfüllen; wir müssen Ideen und das Licht der Vernunft einbringen; wir müssen interpretieren.

Jean-Henri Fabre (2013), Erinnerungen eines Insektenforschers V, Berlin (Matthes & Seitz), S. 34

Wir sehen die Dinge nicht wie sie sind, wir sehen sie so, wie wir sind.

Anaïs Nin

Ich sehe, was ich sehe – ich sehe nicht, was ist.

Gunther Schmidt (auf der Kindertagung 2002 in Heidelberg)

Sie sehen sich als Stimme der Menschen, die ihre Stimme nicht erheben können? Absolut nicht, das halte ich für eine groteske Behauptung. Ich finde nicht, dass es Menschen gibt, die ihre Stimme nicht erheben können. Ich finde eher, dass ihre Stimme bewusst unterdrückt wird.

Arundhati Roy, indische Autorin ('Der Gott der kleinen Dinge'), in einem Interview mit der Südd. Zeitung, am 17. April 2013, S. 11

Privilegien sind für den unsichtbar, der sie hat.

Michael Kimmel

Der Konflikt ist der wesentliche Kern einer freien und offenen Gesellschaft.

Saul Alinsky (in: Call me a Radical)

In jedem Augenblick kann ich entscheiden, wer ich bin.

Heinz von Foerster (in: Bernhard Pörksen, Die Gewissheit der Ungewissheit, Heidelberg 2002, S. 40)

Ich ächze, also bin ich, und zwar nützlich.

Odo Marquardt (1973), Inkompetenzkompensationskompetenz? Vortrag

Wer kennt nicht die immer wieder zu lesende Feststellung auch in der Fachliteratur, dass es bisher leider nicht gelungen sei, eine allseits anerkannte und konsensfähige Definition des Begriffes Aggression, Hyperaktivität, Sexualität, Behinderung oder Verhaltensstörung vorzulegen. Paul Feyerabend sieht diesen Sachverhalt ganz anders, er schreibt: „Der Schluss, zu dem ich aufgrund all dieser Überegungen gekommen bin, ist der, dass die Sprache uneindeutig ist, dass es gut ist, dass sie uneindeutig ist, und dass jeder Versuch, sie festzunageln, das Endes des Denkens, des Liebens, des Handelns, kurz des Lebens wäre“ (Paul Feyerabend, Widerstreit und Harmonie. Trentiner Vorlesungen, Wien 1998, Passagenverlag, S. 116).

Winfried Palmowski & Matthias Heuwinkel, Normal bin ich nicht behindert! Wirklichkeitskonstruktionen bei Menschen, die behindert werden. Unterschiede, die Welten machen, Dortmund 2002 (borgmann), S. 290f

Der Radikale Konstruktivismus beruht auf der Annahme, dass alles Wissen, wie immer man es auch definieren mag, nur in den Köpfen von Menschen existiert und dass das denkende Subjekt sein Wissen nur auf der Grundlage eigener Erfahrungen konstruieren kann. Was wir aus unserer Erfahrung machen, das allein bildet die Welt, in der wir bewusst leben. Sie kann zwar in vielfältiger Weise aufgeteilt werden, in Dinge, Personen, Mitmenschen, usw., doch alle Arten der Erfahrung sind und bleiben subjektiv. Auch wenn ich gute Gründe dafür angeben kann, dass meine Erfahrung der deinen nicht ganz unähnlich ist, habe ich keinerlei Möglichkeit zu prüfen, ob sie identisch sind. Das gleiche gilt für den Gebrauch und das Verstehen von Sprache.

Ernst von Glasersfeld

Der „radikale“ Konstruktivismus, den ich … zu formulieren begann, ist das Modell der Wissenstheorie, zu dem ich gelangte. Ich betone, es ist ein Modell und gibt nicht vor, das einzig mögliche zu sein.

Ernst von Glasersfeld

Wollust ist dann kaum der Rede wert, wenn man sie nicht spürt.

E. M. Forster: Maurice

Das Glück der Familie und der eheliche Frieden werden oft durch die Trägheit und Unsauberkeit der Ehefrau gefährdet, weshalb der Armenpfleger die Ehefrau zu Fleiß und Reinlichkeit ermahnen und auf sie dahin einwirken muß, daß sie dem Ehemanne auch in den bescheidensten Verhältnissen den Aufenthalt im eigenen Heim angenehm mache. Auf diese Weise kann oft der Trunksucht und Liederlichkeit des Ehemannes wirksam begegnet werden. Die Kräftigung der Familienbande innerhalb der unterstützten Familien hat der Armenpfleger sich angelegen sein zu lassen, da ein geordnetes Familienleben den wirksamsten Schutz gegen Unmoral und Pflichtvergessenheit bildet und die Arbeitsfreudigkeit der Ehegatten hebt.

R. Kluge, Handbuch für Armenpfleger. Rathgeber für in der öffentlichen oder privaten Armenpflege thätige Personen, Hamburg 1903 (Verlag von Grefe und Tiedemann), S. 31f

Es ist kurzsichtig anzunehmen, dass man »Lösungen« für Menschen hat, an deren Leben man nicht teilnimmt und deren Probleme man nicht kennt.

Paul Feyerabend, Erkenntnis für freie Menschen, Frankfurt am Main 1979

Der Geist von Schwerbehinderten ist nicht behindert, weil Geist an sich nicht behindert sein kann. Schwerstbehinderte Kinder sind Akteure ihrer eigenen Entwicklung, man muss ihnen nur mit wirklichem Interesse und echter Zuneigung begegnen.

Der Vater eines schwerbehinderten Jugendlichen in einem Schreiben an ein Gericht

Jedes Wort enthält auch die Person, die es ausspricht, die Situation, in der sie es ausspricht.

Václav Havel, 1989

Ich vertrete hier, wo man die Universität in eine neue Kirche verwandeln will, wo Seelen gebildet werden, die ganz andere Auffassung, dass die Universität ein intellektueller Supermarkt ist, wo der reife Student herumwandelt und aufgreift, was ihm gefällt.

Paul Feyerabend (1924-1994)

Gegen die Vernunft habe ich nichts, ebensowenig, wie gegen Schweinebraten. Aber ich möchte nicht ein Leben leben, in dem es tagaus tagein nichts anderes gibt als Schweinebraten.

Paul Feyerabend (1924-1994)

Das Leben ist lebensgefährlich.

Erich Kästner (1899-1874)

Heut mach ich mir kein Abendbrot, heut mach ich mir Gedanken.

Wolfgang Neuss (1923-1989

Es gibt keine Ausweglosigkeit – außer man akzeptiert sie.

Willy Brandt (1913-1992)

Es steht dem Unterthan nicht zu, den Maßstab seiner beschränkten Einsicht an die Handlungen der Obrigkeit anzulegen.

Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg (1620-1688)

Nicht die Dinge selbst, sondern die Meinungen von den Dingen beeinflussen die Menschen.

Epiktet (ca. 50 bis 125 n. Chr.)

Objektivität ist die Selbsttäuschung eines Subjekts, dass es Beobachten ohne ein Subjekt geben könnte. Die Berufung auf Objektivität ist die Verweigerung der Verantwortung – daher auch ihre Beliebtheit.

Ernst von Glasersfeld, Erklärung der American Society for Cybernetics, in: ders., Radikaler Konstruktivismus, Frankfurt 1998, S. 238-244, S. 242

Nur die Fragen, die im Prinzip unentscheidbar sind, können wir entscheiden.
Warum?
Einfach weil die entscheidbaren Fragen schon entschieden sind durch die Wahl des Rahmens, in dem sie gestellt werden, und durch die Wahl von Regeln, wie wir das, was wir „die Frage“ nennen, mit dem, was wir als „Antwort“ zulassen, verbunden wird. …
Aber wir stehen nicht unter Zwang, nicht einmal dem der Logik, wenn wir über prinzipiell unentscheidbare Fragen entscheiden. Es besteht keine äußere Notwendigkeit, die uns zwingt, derartige Fragen irgendwie zu beantworten. Wir sind frei! Der Gegensatz zur Notwendigkeit ist nicht Zufall, sondern Freiheit. Wir haben die Wahl, wer wir werden möchten, wenn wir über prinzipiell unentscheidbare Fragen zu entscheiden haben.
Das sind die guten Nachrichten, wie amerikanische Journalisten sagen würden. Nun kommen die schlechten.
Mit dieser Freiheit der Wahl haben wir die Verantwortung für jede unserer Entscheidungen übernommen.

Heinz von Foerster, Short Cuts, Frankfurt 2001, Zweitausendeins, S. 54f

Der ethische Imperativ: Handle stets so, dass weitere Möglichkeiten entstehen.

Heinz von Foerster

Die Umwelt, wie wir sie wahrnehmen, ist unsere Erfindung.

Heinz von Foerster

Systeme existieren. Stimmt’s? Stimmt nicht!

Ein System ist nicht ein Ding, sondern eine Liste von Variablen. Diese Liste kann variiert werden, und die allgemeinste Aufgabe des Experimentators ist es, die Liste zu variieren (,andere Variablen zu berücksichtigen‘), bis er schließlich eine Gruppe von Variablen ausfindig gemacht hat, die die gewünschte Eindeutigkeit ergibt.

Ross W. Ashby, Einführung in die Kybernetik, Frankfurt 1974, S. 68-69

Der Begriff System steht für ein Abstraktum, er kann letztlich jeder Menge von Relationen zugeschrieben werden. Der Beobachter entscheidet, was er als System betrachten und wo er dessen Grenzen sehen will. Wird über Systeme gesprochen, so ist immer diese vom Beobachter vorgenommene Definition vorausgesetzt.

Fritz B. Simon

[Wenn man bestimmte Systeme beschreibt, ist es so, als ob man ein Messer führt,] ein intellektuelles Skalpell von solcher Behendigkeit und Schärfe, daß man bisweilen gar nicht wahrnimmt, wie es sich bewegt. Man erliegt der Illusion, daß all diese Teile einfach da sind und so, wie sie existieren, benannt werden, je nachdem, wie das Messer geführt wird.

Robert M. Pirsig, Zen oder die Kunst ein Motorrad zu warten

… es könnte nur einfach nützlich sein, wenn wir von einem System und seinen Eigenschaften sprechen, in Erinnerung zu behalten, daß wir selbst es sind, die das System auf unsere Art und Weise definieren.

Fred Steier & Kenwyn Smith

You can never kiss a system.

Peter W. Gester

Mach keine Witze – Sozialarbeiter?!

Als Gott die SozialarbeiterInnen schuf, hat er zunächst die Steine gefragt, ob sie diesen Job machen wollen. Nein, haben die gesagt, wir sind dafür nicht hart genug.

Wie viele SozialarbeiterInnen braucht man, um eine Glühbirne zu wechseln? – Im Prinzip nur einen, allerdings muss die Glühbirne einen Auftrag erteilen.

Was ist der Unterschied zwischen einem Rottweiler und einem Sozialarbeiter? – Der Rottweiler lässt das Kind irgendwann wieder los.