Das Glück der Familie und der eheliche Frieden werden oft durch die Trägheit und Unsauberkeit der Ehefrau gefährdet, weshalb der Armenpfleger die Ehefrau zu Fleiß und Reinlichkeit ermahnen und auf sie dahin einwirken muß, daß sie dem Ehemanne auch in den bescheidensten Verhältnissen den Aufenthalt im eigenen Heim angenehm mache. Auf diese Weise kann oft der Trunksucht und Liederlichkeit des Ehemannes wirksam begegnet werden. Die Kräfitigung dfer Familienbande innerhalb der unterstützten Familien hat der Armenpfleger sich angelegen sein zu lassen, da ein geordnetes Familienleben den wirksamsten Schutz gegen Unmoral und Pflichtvergessenheit bildet und die Arbeitsfreudigkeit der Ehegatten hebt.

R. Kluge, Handbuch für Armenpfleger. Rathgeber für in der öffentlichen
oder privaten Armenpflege thätige Personen,
Hamburg 1903 (Verlag von Grefe und Tiedemann), S. 31f

Es ist kurzsichtig anzunehmen, dass man »Lösungen« für Menschen hat, an deren Leben man nicht teilnimmt und deren Probleme man nicht kennt.

Paul Feyerabend, Erkenntnis für freie Menschen, Frankfurt am Main 1979

Der Geist von Schwerbehinderten ist nicht behindert, weil Geist an sich nicht behindert sein kann. Schwerstbehinderte Kinder sind Akteure ihrer eigenen Entwicklung, man muss ihnen nur mit wirklichem Interesse und echter Zuneigung begegnen.

Vater eines schwerbehinderten Jugendlichen

Jedes Wort enthält auch die Person, die es ausspricht, die Situation, in der sie es ausspricht.

Václav Havel, 1989

Ich vertrete hier, wo man die Universität in eine neue Kirche verwandeln will, wo Seelen gebildet werden, die ganz andere Auffassung, dass die Universität ein intellektueller Supermarkt ist, wo der reife Student herumwandelt und aufgreift, was ihm gefällt.

Paul Feyerabend (1924-1994)

Gegen die Vernunft habe ich nichts, ebensowenig, wie gegen Schweinebraten. Aber ich möchte nicht ein Leben leben, in dem es tagaus tagein nichts anderes gibt als Schweinebraten.

Paul Feyerabend (1924-1994)

Das Leben ist lebensgefährlich.

Erich Kästner (1899-1874)

Heut mach ich mir kein Abendbrot, heut mach ich mir Gedanken.

Wolfgang Neuss (1923-1989)

Es gibt keine Ausweglosigkeit – außer man akzeptiert sie.

Willy Brandt (1913-1992)

Es steht dem Unterthan nicht zu, den Maßstab seiner beschränkten Einsicht an die Handlungen der Obrigkeit anzulegen.

Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg (1620-1688)

Nicht die Dinge selbst, sondern die Meinungen von den Dingen beeinflussen die Menschen.

Epiktet (ca. 50 bis 125 n. Chr.)

Objektivität ist die Selbsttäuschung eines Subjekts, dass es Beobachten ohne ein Subjekt geben könnte. Die Berufung auf Objektivität ist die Verweigerung der Verantwortung – daher auch ihre Beliebtheit.

Ernst von Glasersfeld, Erklärung der American Society for Cybernetics, in: ders., Radikaler Konstruktivismus, Frankfurt 1998, S. 238-244, S. 242

Nur die Fragen, die im Prinzip unentscheidbar sind, können wir entscheiden.
Warum?
Einfach weil die entscheidbaren Fragen schon entschieden sind durch die Wahl des Rahmens, in dem sie gestellt werden, und durch die Wahl von Regeln, wie wir das, was wir „die Frage“ nennen, mit dem, was wir als „Antwort“ zulassen, verbunden wird. …
Aber wir stehen nicht unter Zwang, nicht einmal dem der Logik, wenn wir über prinzipiell unentscheidbare Fragen entscheiden. Es besteht keine äußere Notwendigkeit, die uns zwingt, derartige Fragen irgendwie zu beantworten. Wir sind frei! Der Gegensatz zur Notwendigkeit ist nicht Zufall, sondern Freiheit. Wir haben die Wahl, wer wir werden möchten, wenn wir über prinzipiell unentscheidbare Fragen zu entscheiden haben.
Das sind die guten Nachrichten, wie amerikanische Journalisten sagen würden. Nun kommen die schlechten.
Mit dieser Freiheit der Wahl haben wir die Verantwortung für jede unserer Entscheidungen übernommen.

Heinz von Foerster, Short Cuts, Frankfurt 2001, Zweitausendeins, S. 54 f

Der ethische Imperativ: Handle stets so, dass weitere Möglichkeiten entstehen.

Heinz von Foerster

Die Umwelt, wie wir sie wahrnehmen, ist unsere Erfindung.

Heinz von Foerster

Systeme existieren. Stimmt’s? Stimmt nicht!

„Ein System ist nicht ein Ding, sondern eine Liste von Variablen. Diese Liste kann variiert werden, und die allgemeinste Aufgabe des Experimentators ist es, die Liste zu variieren (,andere Variablen zu berücksichtigen‘), bis er schließlich eine Gruppe von Variablen ausfindig gemacht hat, die die gewünschte Eindeutigkeit ergibt“

Ross W. Ashby, Einführung in die Kybernetik, Frankfurt 1974, S. 68-69

Wenn man bestimmte Systeme beschreibt, ist es so, als ob man ein Messer führt, „ein intellektuelles Skalpell von solcher Behendigkeit und Schärfe, daß man bisweilen gar nicht wahrnimmt, wie es sich bewegt. Man erliegt der Illusion, daß all diese Teile einfach da sind und so, wie sie existieren, benannt werden, je nachdem, wie das Messer geführt wird.

Robert M. Pirsig, Zen oder die Kunst ein Motorrad zu warten

Der Begriff System steht für ein Abstraktum, er kann letztlich jeder Menge von Relationen zugeschrieben werden. Der Beobachter entscheidet, was er als System betrachten und wo er dessen Grenzen sehen will. Wird über Systeme gesprochen, so ist immer diese vom Beobachter vorgenommene Definition vorausgesetzt.

Fritz B. Simon

… es könnte nur einfach nützlich sein, wenn wir von einem System und seinen Eigenschaften sprechen, in Erinnerung zu behalten, daß wir selbst es sind, die das System auf unsere Art und Weise definieren.

Fred Steier & Kenwyn Smith

„You can never kiss a system.”

Peter W. Gester

Mach keine Witze – Sozialarbeiter?!

Als Gott den Sozialarbeiter schuf, hat er zunächst die Steine gefragt, ob sie diesen Job machen wollen. Nein, haben die gesagt, wir sind dafür nicht hart genug.

Wie viele Sozialarbeiter braucht man, um eine Glühbirne zu wechseln? – Im Prinzip nur einen, allerdings muss die Glühbirne einen Auftrag erteilen.

  • Tauben
  • Raum 117
  • Nägel